Blick in die Ausstellung

   
 




 
 

Zuhause:
Heimat für Körper und Seele

     
  Natürlich fühlt er sich verantwortlich für „seine“ Kinder. Pater Pierre Simons, Sohn einer großen Bäckerfamilie in Belgien, weiß, was es heißt, ein Zuhause zu haben. Deshalb war es für ihn auch keine Frage, sich schützend vor „seine“ Kinder zu stellen, als in Ruanda der Krieg und das große Morden begannen. Pater Simons flüchtete in einer waghalsigen Aktion mit mehreren hundert Kindern von Cyotamakara nach Nyanza und rettete sie vor dem Tod. „Das hätte jeder Vater für seine Kinder getan“, wehrt er ab. Pater Pierre hat in Cyotamakara in den vergangenen 14 Jahren ein kleines Dorf für mehr als hundert Waisenkinder aufgebaut, in dem es „ Freiheiten und Regeln wie in einer Familie“ gibt. Jeder darf bleiben, bis er seine Berufsausbildung abgeschlossen hat – dann wird es Zeit, eine eigene Familie zu gründen.
     
Familie, ein Zuhause: Davon ist für Millionen Kinder in in Zentralafrika nur ein Traum; weil der Vater im Krieg umkam, die Mutter an Aids starb, weil Flucht, Armut und Tod die Familien auseinandergerissen haben. In Nyanza, wohin Pater Simons mit seinen Kindern floh, sorgen sich heute Benebikira-Schwestern um Waisenkinder. Die „Waisenheime“ früherer Zeiten seien passé, erklärt Schwester Hyacinthe. Die ruandische Ordensgemeinschaft schuf Häuser, in denen kleine Gruppen von Waisen unter der Leitung einer Frau oder eines Ehepaares leben – wie in einer Familie.  
     
  Am Sonntag sind die Kinder dann in der Gemeinde dabei, wenn Gottesdienst gefeiert wird und die Kinder sich zu Spiel und Katechese treffen. Die Gemeinde ist den Familien ebenso ein Zuhause wie denjenigen, die allein oder unter besonderen Umständen leben. Ein Gotteshaus ohne einen großen Platz zum Reden, spielen und diskutieren? In Afrika undenkbar.
 
     
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  Asmati Furaha

war fünf Jahre alt, als man ihre Eltern ermordete. Im Kivu, einer Region im Nordosten des Kongo (damals Zaire), waren ethnische Unruhen ausgebrochen. Masisi, Asmatis Geburtsort, war Zentrum der Unruhen. Männer schleppten die drei Kinder aus dem Haus und zündeten es vor den Augen der Kleinen an. Vater und Mutter starben in den Flammen.

Asmati ist heute 14 Jahre alt. Ihre Familie ist ausgelöscht: Die Geschwister starben beim Krieg zwischen Ruanda und dem Kongo, Großmutter und Tante beim Morden zwischen Hutu und Tutsi. Asmati war in Goma gestrandet, als dort der Vulkan ausbrach. Sie überlebte und wohnt heute in der „Cité des Jeunes“ der Salesianerpatres. Der Krieg in der Region geht weiter.